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Als ich damals mit Ace begann, eine Musik zu entwickeln, die zwar professionellen Soundansprüchen durchaus gerecht werden sollte, die aber, und das war für mich immer noch das Wichtigste, jeglichen musikalischen Grundsatz infrage stellen konnte, war viel Arbeit vorprogrammiert. Eine Gradwanderung sozusagen
immer mutig, progressiv, neugierig und herausfordernd, pulsierend aber immer in Verbindung mit allem was die Musikgeschichte hergibt und das ohne Gefahr zu laufen dass irgendwo in diesem Universum eine Band so ähnlich klingt wie wir!
Und ich denke, das ist uns gelungen!
Viele Band-Projekte und einige Musik-Produktionen später und so kurz nach Beendigung unserer Produktion, kann ich nur sagen: "Ich bin wieder ein Stück freier geworden!" Freier von vielen Konventionen, Regeln, festgefressenen Meinungen aber auch von so manchem Wunschdenken und Tagträumereien. Ich sehe zurück auf ein bis dato doch ziehmlich bewegtes Leben. Auszugsweise will ich nun aus meinen halbbiografischen Aufzeichnungen berichten:
Immer auf der Suche
... musikalisch und auch sonst oft im freien Fall, gewollt oder nicht brachten mir die Jahre auch so manchen Nahkampf mit mir selbst ein. Gelegentlich, und bevors ein anderer tun konnte, schlug ich mich auch mal selbst K.O. Vieles musste erlebt werden und gar nicht mal selten wurde ich gelebt. Mein Leben, nun ja, unterscheidet sich nicht von dem vieler anderer. Meist beherrscht von Alltagssorgen reagierte und taktierte ich mich von einer Ideologie zur nächsten.
... bis ich erkannte, dass, wie ein Musikerkollege es auszudrücken pflegt, alle "ismen", nämlich genau dort ihre Schwachstellen aufweisen, wo sie ihren Grundsatz sehen. Nämlich bei der Individualitätsfrage.
Fragen über Fragen und keine Antwort
Angefangen bei Sokrates, über Platos Idealismus, bis hin zu Nietzsches nihilistischem Ansatz. Viele Philosophen machten sich in meinen Träumen breit und prägten meine geistige Weltanschauung. Doch all diese Lehren ließen meist schon im Ansatz das Wichtigste vermissen. Fasziniert von Bhagwan Shree Rajneeshs (besser bekannt als Osho) pragmatischen Lehren, den Tibetanischen Meistern oder dem schamanistischen Medizinrad in allem konnte ich ein Stück Wahrheit fühlen. Inspiriert von Hermann Hesses "Siddhartha", lies mich der Buddhismus lange nicht los. Durch Erich Fromms "Die Kunst des Liebens", für mich lange ein Referenzwerk, konnte ich ansatzweise verstehen, warum vieles, was doch so einfach scheint und wonach sich jeder sehnt, als allein menschliches Konstrukt nicht tragen kann. Viele Freigeister, Große Schriftsteller, Weltreligionen und solche die es werden wollten, kamen und gingen. Niemand konnte mir Antwort auf meine Frage geben, warum es da war und woher es kam dieses tiefe, innere Verlangen nach Freiheit, und Wahrheit. Alle meine Versuche, Erklärungen zu erhalten, scheiterten. Also blieb mir zunächst nichts anderes übrig, als alles zu verdrängen. Aber dieser Anteil in mir ließ sich nicht ignorieren. Im Gegenteil! Ich nahm immer eindeutiger war, dass er immer größer wurde. Der Schmerz, die Ratlosigkeit und Verwirrung blieb dieses Gefühl, dieser Wunsch, wollte ernst genommen werden!
Die Suche nach der eigenen Identität
... weil das eben in der Natur des Vorgangs liegt, wenn dann manche Dinge die man entscheidet, auf Unverständnis oder Ablehnung anderer trifft. Doch fangen wir mal von vorne an. Die eigene Freiheit zu finden, setzt die Suche nach der eigenen Identität voraus: Wer bin ich, wo komme ich her, wohin will ich?
... doch wohin will ich denn überhaupt? Jaja dieses Wollen. Um den Versuch nicht gleich an der philosophisch komplexen Thematik scheitern zu lassen, bekam ich dann den Tipp mir die Frage einfach so zu stellen: "Wohin will ich nicht?!" Und, ich musste mir die "Erlaubnis geben" sie überhaupt stellen zu dürfen. Doch was denken die anderen von mir?! Meist scheitern alle Versuche sich einer hoffnungsvolleren Zukunft zu nähern an der fehlenden "Erlaubnis-Eintritts-Karte" der unmittelbaren Umgebung.
Die Macher
... um das CHAOS perfekt zu machen und jedes individuelle Gedankengut im Keim zu ersticken, paart sich "gesellschaftlicher Dogmatismus" darüber hinaus mit einem multikultimedialen "nichts ist unmöglich?"! Dies alles passiert auf einer Zeit-Ebene, in der der emotionale Ansatz, zwar eine Renaissance erlebt, aber nicht mehr als ein Hilferuf und somit eine Reaktion auf widrige Umstände anzusehen ist. Dieses ansatz- bzw. ziellose Umhersuchen wird oft schamlos "von den Machern" ausgenutzt! Wer will das? Wem nutzt das? Scheinbar ferngesteuerte Individuen können nur aus einer willkürlich gestalteten Gesellschaft entstehen. Nur noch von inteligenten Ignoranten oder von Menschen die nicht in der Lage zu sein scheinen komplexere Zusammenhänge zu verstehen, wird diese Entwicklung uneingeschränkt als ungefährlich eingestuft. Doch wer sind "die Macher"?
Warum? Freiheit Sinn Macht!
Versteht unter dem Wort Freiheit jeder wirklich etwas anderes? Ist Unabhängigkeit nicht ein existenzielles Bedürfnis, das mittlerweile - und schon lange nicht mehr nur tendenziell - als Luxusartikel vermarktet wird? In einem zeichnet sich der Wunsch nach wahrer Unabhängigkeit doch aus: In dem Bedürfnis sich selbst mit seinen innersten Bewegungen, Wertvorstellungen und Empfindungen ernst zu nehmen, und von andern ernst genommen zu werden.
In meinem Erst-Beruf als Krankenpfleger hatte ich über Jahre Gelegenheit, vielen Menschen jeden Alters in den unterschiedlichsten und in hauptsächlich schwierigen Lebensabschnitten zu begegnen. Besonders beeindruckend waren aber die Situationen, in denen diese Menschen anscheinend "keine Macht" mehr über den weiteren Verlauf Ihrer Krankeit hatten. Mit jedem Tag, an dem die Wut über "Gott und die Welt" zunahm, spürte ich aber auch gleichzeitig ihre Angst, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.
Dein Verstand ist General Dein Herz ist König
... und alles, was sich dann anscheinend bewegt oder auch stillsteht, bekommt meist "rein zufällig" einen Sinn oder wir legen es uns so zurecht, wie wir es denken oder meinen, es als Gefühl bei uns zu entdecken. Aber das Denken hält uns meist vom Fühlen ab und umgekehrt. Was also tun? Wie ist der richtige Weg?
Ich wünsche euch alle(s) Liebe; Glaube, Hoffnung, Freiheit und Ausdauer beim "Findenwollen"!
Bis bald...
Euer Thom.
thom@ephra-world.de
Stand September 2008
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